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Oktober 2005: Das "Ideenprojekt"
im Naturkundeunterricht
(von David Diaz, Projektkoordinator)
aktualisiert: 18. September 2005

"Ich nannte es Ideenprojekt wegen des Wortes Idee an sich. Denn eine Idee steht am Anfang von etwas Neuem, sie lässt etwas entstehen, sie regt uns an nachzudenken, weitere Ideen zu entwickeln und diese schliesslich zu verwirklichen - lauter Dinge, welche für den Lernprozess von Nutzen sind.

Durch Gespräche mit Arbeitskollegen nahm das Projekt nach und nach konkrete Formen an. Eine wichtige Rolle sollten bei der Durchführung Beraterinnen und Berater spielen, Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule, welche die Primarschulkinder unterrichten würden.

Wir trafen uns zunächst mit den interessierten Jugendlichen der Sekundarschule zu ersten Sitzungen und listeten die Ziele des Projektes auf:

- Veränderung der üblichen Unterrichtsform;
- Suche nach neuen Lern- und Forschungsmethoden;
- Förderung des Spielens im Klassenzimmer zur Entwicklung von spielerischen Lernmethoden;
- Einbeziehung von Rechnen, Messen, Modellieren in kreativen Arbeiten;
- Zusammenarbeit mit älteren Jugendlichen, mit welchen vorhandene Kenntnisse geteilt werden, die aber auch als Quelle von Wissen und Erfahrungen anerkannt werden.

Bei der Realisierung des Ideenprojektes mussten wir zunächst einige praktische Probleme lösen wie die Suche nach freien Schulräumen, oder die Koordination der Stundenpläne aller Beteiligten, denn das Projekt sollte ja eine ganze Woche lang neben dem normalen Unterricht stattfinden.

Beinahe alle Schülerinnen und Schüler aus den drei Jahrgängen der Sekundarschule beteiligten sich am Ideenprojekt. Sie erwiesen sich in der Praxis als geschickte Lehrkräfte. Ihr Einsatz in den Primarklassen lohnte sich auch für sie, denn die Beobachtungen und Beurteilungen der Naturkunde-Lehrkräfte zählen auch für ihre Zeugnisnote in diesem Fach.

Wir sind optimistisch, dass das Projekt im Jahr 2006 wiederholt werden kann. Wir werden dann Fehler vermeiden und einige Dinge verbessern, denn wir werden vom gemeinsam Gelernten profitieren.

Der Naturkundelehrer David Diaz

Kommentar von Cristina Mühlemann, welche das Projekt begleitet hat

Das Ciencias-Projekt empfand ich als interessant und lehrreich für alle Beteiligten. Ich sah, wie sich Jugendliche aus der Sekundarschule darauf vorbereiten mussten, Primarschulkinder zu unterrichten, sie zu betreuen und sich auf ihr Niveau einzustellen. Sie repetierten so für sich auch schon mal gelernten Stoff. Die Kleinen erarbeiteten die Themen mit grosser Begeisterung und genossen die Anwesenheit der grossen Schülerinnen und Schüler sehr.
Besonders gefielen mir die praktischen Arbeiten. Die Beraterinnen und Berater mussten sich methodisch-didaktische Überlegungen machen, wie man das an einem pädagogischen Institut lernt. Sie begingen sicher noch einige Fehler, aber erzielten bei der Arbeit laufend Fortschritte.
Es kamen Themen vor wie "die Verkehrsampel", "das Universum", "die Pflanzenteile", etc., welche alle nach kurzer theoretischer Einführung in praktischen Bastel- oder Spielarbeiten vertieft wurden.
Die Idee eines solches Projektes habe ich sehr gerne in die Schweiz mitgenommen und habe nun die Vision, etwas Ähnliches einmal mit meinen Schülerinnen und Schülern an der Basler OS auszuprobieren.