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Mai 2006
Frühstück für die Kinder
Schulfrühstück - Weiterbildung - Solarenergie - Kunst in der Eierschale -
Zeremonie - Kampf gegen den Alkoholismus - Gemeinsames Mittagessen -
Wandzeitung

 

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13 Kame
Dienstag, 14. März
Ein Frühstück in der Schule für die Kinder
der Primarklassen


(Texte und Bilder: Victor Per - Übersetzung: Jurik Rockenbach)

Viele Kinder kommen bei uns ohne Frühstück zur Schule, entweder weil sie nichts zu essen haben, noch keinen Appetit hatten, ihre Eltern nicht zu Hause sind und etwas mit ihnen zusammen essen, sie sonst vielleicht zu spät kämen oder schliesslich weil sie nicht warten können, ihre Kameraden und ihren Lehrer zu sehen. Aber dann bekommen sie plötzlich Hunger - und das wirkt sich natürlich ungünstig aus auf die Konzentration und die Lernfähigkeit.

Aus diesem Grund ergriff Imelda Pedroza letztes Jahr die Initiative, am CECY für die Kinder, welche den Unterricht am Vormittag besuchen, ein Schulfrühstück einzuführen, damit die Kinder dank einem Becher Atol - einem stärkenden Getränk - fröhlich an den Stunden teilnehmen könnten. Ausserdem sollte mit der Aktion ein kleiner Beitrag zu einer gesunden Ernährung geleistet werden.

Imelda begann also mit der Organisation des Kleinprojeltes und wandte sich zunächst an die Mütter der Kinder sowie an die Schülerinnen und Schüler der 1. Sekundarklasse, denn sie sollten für die Vorbereitung und die Verteilung des Getränks die Verantwortung übernehmen.

Interview mit Imelda:

Was brachte Sie auf die Idee, dieses Projekt in Angriff zu nehmen?
Ich erkannte ein Problem in der Ernährung der Kinder, vor allem was das Frühstück anbelangt.

Was haben Sie unternehmen müssen, um das Projekt erfolgreich durchzuführen?
Zunächst musste ich mir über alle Dinge Gedanken machen, die im Zusammenhang mit einem Schulfrühstück eine Rolle spielen. Ich führte also eine Untersuchung durch, um mir ein Bild davon zu machen, wieviele Kinder zur Schule kommen, ohne dass sie gefrühstückt hätten und welches die Gründe für ihr Verhalten sind. Dann musste ich auch herausfinden, wer mir bei der Realisierung des Projektes helfen konnte. Wichtig natürlich auch die Frage, wie die Aktion finanziell abgesichert würde. Nachdem der Voranschlag angenommen worden war und klar war, dass die Kasse für Kleinprojekte einen Teil der Ausgaben decken würde, suchte ich nach einem Ort, wo der Atol zubereitet werden könnte. Auch hier fand sich eine Lösung. An diesem Punkt ging es darum, weitere mögliche Spender zu finden. Dazu wandte ich mich an Unternehmen, an die Gemeindebehörden, an Freunde der Schule und an die Lehrkräfte des CECY. Schliesslich ging es darum, die nötigen Hilfskräfte für die Zubereitung und die Verteilung des Frühstücks zu mobilisieren.

Aus welchen Gründen kommen denn die Kinder zur Schule, ohne etwas gegessen zu haben?
Hauptsächlich weil sie nichts zu essen haben. Einige haben zunächst keinen Huger, andere wiederum stehen spät auf und haben Angst, nicht pünktlich zum Unterricht zu kommen.

Welche Spenden haben Sie erhalten?
Eben, das Programm für Kleinprojekte leistete einen wesentlichen finanziellen Beitrag. Dann erhielten wir einen grossen Herd von einem ehemaligen Schüler des CECY. Das Unternehmen, welches den Herd hergestellt hatte, übernahm die Transportkosten. Die Gemeindebehörden schenkte uns zu Beginn zwei Säcke Incaparina, zwei Säcke Zucker, Zimt und Vanille für die Zubereitung des Atol. Der Vater von zwei ehemaligen Schülern des CECY brachte uns zwei grosse Pfannen aus Aluminium. Auch die Lehrerinnen und Lehrer bewiesen ihre Grosszügigkeit: Sie sorgten für 200 Tassen, 6 Körbchen und sechs Kübel. Dazu kamen von einem weiteren Gönner zwei Wasserbehälter. Die Eltern der Kinder, welche den Unterricht am Vormittag besuchen, leisteten einen einmaligen Beitrag von 2 Quetzal (etwa -.12 Rappen) pro Kind für den Kauf von Gasflaschen. Ausserdem bot das Unternehmen Alimentos S.A. mir und dreissig Müttern einen Weiterbildungskurs an, der es uns erlaubte, das Incaparina korrekt zu verwenden. Am Ende erhielten wir noch ein Fass mit Deckel und die Zusicherung, dass uns beim Kauf weiterer Säcke ein Rabatt zugestanden würde. Die Mütter boten übrigens nicht nur ihre Hilfe an, sie schenkten auch kleine Dinge wie Siebe, Schüsseln, Küchenspatel, Reinigungsmaterial und Seife. Nicht vergessen möchte ich, dass sich auch die Bäckerei Super Pan mit einigem Süssgebäck am Projekt beteiligte. Im Moment sind wir dabei, weitere Spenderinnen und Spender zu suchen, denn das Projekt soll ja weitergehen!

An welchen Tagen erhalten die Kinder ihren Atol?
Am Montag und am Freitag

Warum nicht jeden Tag?
Hauptsächlich, weil wir nicht genügend Geld haben. Zu Beginn dachten wir, es reiche nur für einen Tag. Dann haben wir gesehen, dass wir zweimal pro Woche ein Freühstück abgeben können. Die Mütter hätten auch nicht jeden Tag Zeit um mitzuhelfen, denn sie sind ja verantwortlich dafür, dass zu Hause immer alles klappt; sie können ihren Haushalt nicht vernachlässigen.

Und was halten Sie persönlich von diesem Projekt?
Für mich war es ein Erfolg! Obwohl ich das Projekt ganz allein durchführte, gelang es mir, bis zur Durchführung alles so zu realisieren, wie ich mir das vorgestellt hatte. Ich freute mich zu sehen, dass ich in der Lage bin, das zu erreichen, was ich mir vornehme.

Doņa Carlota Monroy Bac und doņa Josefina Alinan, zwei der Frauen, welche hier den Atol zubereiten, sagten uns:

Das ist ein gutes Projekt für das Wohlbefinden und die Gesundheit unserer Kinder. Sie brauchen das dringend.

Welches ist denn der Nutzen, den Sie als Mütter daraus ziehen?
Wenn die Kinder zur Schule gehen, haben sie oft keinen Appetit. Im Verlauf des Morgens jedoch bekommen sie Hunger und da hilft ihnen der Atol ausserordentlich.

Was halten Sie davon, dass die Schülerinnen und Schüler der ersten Sekundarklasse bei der Vorbereitung und der Verteilung des Frühstücks mithelfen?
Das ist natürlich sehr positiv. Weil uns die Schülerinnen und Schüler helfen, sparen wir viel Zeit, vor allem beim Wasser Holen. Und dann übernehmen sie auch die Veteilung in den Klassenzimmern.

Ist es richtig, dass die Mütter abwechslungsweise zum Einsatz kommen?
Das muss so sein, denn es profitieren ja alle Familien von diesem Projekt.

Und was halten Sie vom Einsatz von Frau Imelda Pedroza?
Wir sind ihr sehr dankbar, denn sie ist immer da, wenn wir Hilfe brauchen. Sie überprüft auch die Qualität der verwendeten Materialien und sorgt dafür, dass die Zubereitung des Atol hygienisch einwandfrei erfolgt.

Einen Monat später, am 24 April
gibt es immer noch Frühstück...

Aus dem April-Rapport der für das Projekt Verantwortlichen, Imelda Pedroza:

07:00 Beginn der Vorbereitungsarbeit. Daran beteiligt sind Mütter, Schüler aus der 1. Sekundarklasse* und die Projektleiterin. Wasserholen am Brunnen für die Herstellung des Atol und die Reinigung des Geschirrs für das Frühstück.
09:00: Verteilung des Atol in allen Schulzimmern durch die Schüler der 1. Sekundarklasse. Mit Freiwilligen kommt es zu einem kurzen Gespräch über die Bedeutung der Aktion
.
Anschliessend: Abwaschen und Aufräumen der Geräte und des Geschirrs, vor allem der Behälter, in welchen das Wasser aufbewahrt wird.

*Die Schüler der Sekundarschule besuchen den Unterricht am Nachmittag - sie erbringen also diese Arbeit zu Gunsten ihrer Kameraden zusätzlich, ausserhalb des eigentlichen Schulprogrammes.

Und ausserdem aus dem Bericht
von Victor Per...

1 Ix
Donnestag, 2. März
Erzieherinnen und Erzieher für ein
neues Jahrhundert

Die Lehrkräfte Maria Monroy, Marta Monroy, Susy Ramirez, Lilian Velasquez, Alejandro Grande und Victor nahmen im Sheraton-Hotel an einer viertägigen Weiterbildungsveranstaltung der JUAN BAUTISTA GUTIERREZ - STIFTUNG bei. Es ging dabei um Themen wie Vertrauen, Toleranz, Empathie und Motivation allgemein.

(vollständiger Text in der spanischen Version)

6 Kawoq
Dienstag, 7. März
Solarenergie - Bau einer Sonnenuhr

Im Haushaltskurs erklärt Imelda Pedroza den Schülerinnen und Schülern, welche Möglichkeiten die Solarenergie bietet. Die Fotografien zeigen Schülerinnen und Schüler bei der Vorbereitung von Speisen mit alternativen Mitteln.

Nicht in Vergessenheit geraten ist auch die Kunst, eine Sonnenuhr zu bauen. Hier sind es Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule, welche Kameradinnen und Kameraden der Primarschule zeigen, wie es geht.


(vollständiger Text in der spanischen Version)

9 Iq'
Freitag, 10. März
Landschaften in einer Eierschale
(Verwendung von Abfallmaterialien)

Breida Grissel Isem Muralles, Schülerin der 3. Sekundarklasse sagt dazu:

"Das war eine sehr schöne Erfahrung, die ich nie vergessen werde. Normalerweise zeichne oder male ich etwas auf ein Blatt. Eine ganz kleine Landschaft in eine Eierschale zu zaubern, ist jedoch etwas ganz Anderes. Es braucht zunächst einmal viel Sorgfalt, damit nichts kaputt geht. Dann ist es wichtig, dass man beim Malen seine Gefühle ausdrückt. Das Resultat zeigt sogleich, ob der Künstler traurig war oder glücklich, ob es sich um einen energischen oder einen ruhigen Charakter handelt."

(vollständiger Textmit mehr Interviews in der spanischen Version)

6 E
Montag, 20. März
Kampf gegen den Alkoholismus

Im Verlauf einer Versammlung mit den Eltern, welche eingeladen worden waren, um die ersten Noten ihrer Kinder zu erhalten, wies der Direktor Pako Tiul darauf hin, dass die Eltern eine wesentliche Rolle in der Erziehung ihrer Söhne und Töchter spielen.
Da das Problem des Alkoholismus in San Pedro Ayampuc in vielen Familien ernste Folgen hat, spielten einige Schülerinnen und Schüler einige Szenen, um zu zeigen, was geschieht, wenn der Ehemann und Vater betrunken nach Hause kommt.

(vollständiger Text in der spanischen Version)

2 Imox
Mittwoch, 29. März
Maya-Zeremonie

Die Schülerinnen und Schüler der 5. Primarklasse B verbrachten einige Stunden im Schwimmbad. Nachdem sie sich zunächst im Wasserbecken vergnügt hatten, nahmen sie an einer Mayazeremonie teil, die von zwei Lehrkräften geleitet wurde. Die Kinder lernen so, wichtige Elemente ihrer Kultur besser zu vestehen.

(vollständiger Text in der spanischen Version)

3 Iq'
Donnestag, 30. März
Willkommen! - Alles Gute zum Geburtstag! - Auf Wiedersehen!

Bei einem gemeinsamen Mittagessen wurde Andrea aus der Schweiz willkommen geheissen, die bis Ende Juni am CECY arbeiten wird. Ausserdem feierten wir den Geburtstag von Vicky und Isidro. Schliesslich verabschiedeten wir uns von Lilian, welche bei uns Kaqchikel unterrichtet hat. Solche Veranstaltungen sind für den Zusammenhalt des Kollegiums sehr wichtig. Wir geniessen diese Momente - es geht immer sehr fröhlich zu, wenn wir miteinander spielen!

(vollständiger Text in der spanischen Version)

Wandzeitung im März

Wie immer sorgte die Kulturkommission dafür, dass eine Wandzeitung mit den neuesten Informationen entstand. Themen waren in diesem Monat unter anderem der Tag der Frau und die internationale Konferenz zum Thema Wasser in Mexico. Das ist für uns eine besonders wichtige Diskussion, denn die Versorgung mit Wasser ist in San Pedro Ayampuc nach wie vor sehr schlecht.

(vollständiger Text in der spanischen Version)