Seit
seiner Gründung im Jahre 1990 wird das C.E.Y. in San Pedro Ayampuc nicht
nur wegen der Qualität des Schulunterrichtes, sondern wegen des allgemeines
Engagement zu Gunsten der Dorfgemeinschaft geschätzt. Einen Beitrag zur Verbesserung
des Zusammenlebens leistete auch der von Imelda Pedroza organisierte Kurs für
Familienplanung. Hier ein Auszug aus dem Bericht, den Imelda am Ende des Kurses
verfasst hat

FAMILIENPLANUNG
- PROJEKTBESCHRIEB
Verantwortlich:
Imelda Pedroza Chamalé.
Teilnehmerinnen und Teilnehmer:
o Eltern
von Schülerinnen und Schülern des Centro Educativo Yampú.
o Schülerinnen
und Schüler der Sekundarschule zwischen 14 und 18 Jahren
Dauer
- Wochentag - Stundenplan
März bis Juni 2004; Samstag Vormittag;
08.00 - 12:00
Zweck
Der Umstand, dass es in San Pedro Ayampuc zahlreiche
Familien mit vielen Kindern gibt, führt zu zahlreichen Problemen. Einerseits
entstehen materielle Schwierigkeiten: Die Kinder bekommen nicht genügend
zu essen, sie haben kaum Kleider, die Wohnungen sind zu klein für die Grossfamilien.
Anderseits gibt es die psychologischen Probleme: Die Eltern haben nicht genügend
Zeit, sich in der richtigen Art um die Söhne und Töchter zu kümmern,
was oft dazu führt, dass die Kinder zu wenig Liebe erhalten.
Der Kurs
soll den Eltern klar machen, dass sie gegenüber der Familie eine Verantwortung
haben. Wir hoffen, dass es so möglich ist, die allgemeine soziale Lage in
der Gemeinde zu verbessern.
DER
KURS AM 24. APRIL 2004
An
diesem Morgen sind 26 Teilnehmerinnen und Teilnehmer anwesend. Wir diskutieren
darüber, welche Verhütungsmethoden einem Paar zur Verfügung stehen,
welches sich mit Familienplanung auseinandersetzt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer
berichten von den Methoden, welche sie kennen und anwenden, auch von den natürlichen.
Die
Frauen berichteten von ihren Erfahrungen mit den verschiedenen Methoden, von der
Pille und dem Kupfer-T. Mit der Unterstützung einer Vertreterin des lokalen
Ambulatoriums entwickeln wir das Thema weiter, was sich für die Anwesenden
als sehr nützlich erweist.
Wir können sehen, dass zahlreiche Frauen
in der Gemeinde Angst davor haben, eine Schwangerschaft zu verhüten und dass
viele Menschen gar nicht wissen, worum es überhaupt geht. Ausserdem muss
gesagt werden, dass der Machismus hier ein sehr grosses Problem darstellt. Die
Männer verbieten ihren Frauen zum Beispiel, sich in einem solchen Kurs einzuschreiben.
Es kann durchaus sein, dass die eine oder andere Teilnehmerin heute heimlich in
diesem Klasssenzimmer sitzt.
Manche Männer sind nicht einverstanden, dass
ihre Frauen sich für Familienplanung interessieren; sie sagen, sie möchten
alle Kinder bekommen, welche Gott ihnen gibt. Ausserdem finden sie es schlecht,
dass man ihren Frauen etwas Neues beibringt. Wir hingegen sind der Ansicht, dass
das bei der bestehenden wirtschaftlichen Lage nicht geht. Überdies gilt es
festzuhalten, dass viele Männer Alkoholiker sind. So kommt es, dass es Frauen
wegen der vielen Kinder, die sie zur Welt bringen, gesundheitlich oft schlecht
geht, was wiederum dazu führt, dass sie sich um die Kleinen nicht genügend
kümmern können.