Willkommen im Centro Educativo Yampú
eine Mayaschule in San Pedro Ayampuc
Guatemala

August 2004
Herstellung von didaktischen Materialien am C.E.Y.

(Bericht von Daniel Barczay)

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Das Centro Educativo Yampú erhielt von einer Arbeitsgruppe aus dem Gebiet Zürich mit SFr 5'000, um ein Projekt für die selbständige Erarbeitung von dauerhaften Lehrmitteln durchzuführen.

Foigende Subprojekte sind gegenwartig in Durchführung:

Claudia Pichola und Lucky Sian und eine Gruppe von Viertklässlern bauen zwei bewegliche Kalenderräder auf der Basis des rituellen Mayakalenders.

Bei diesem Kalender - in der einschlägigen Literatur Tzolkin genannt, während man ihn in Kaqchikel, der hiesigen Mayasprache Chol q'ij nennt - handelt es sich um einen Zyklus von 260 Tagen in dem sich fortlaufend 20 Tage mit 13 Nummern (1-13) kombinieren. Es ist ein Kalender, dessen Register über die ganze Kolonialzeit hinweg nie verloren ging . Da es sozusagen der guatemaltekische Kalender ist (die Mayas haben auch einen Sonnenkalender errechnet, der ebenfalls noch in Gebrauch ist), verweisen wir im Unterricht und bei verschiedenen Aktivitiiten oft auf ihn.
Die beiden Kalender sind handlich und können einfach in jedes Klassenzimmer oder auf den Hof mitgenommen werden, wo dann gewisse damit verbundene Themen anschaulich gestalten werden. Dazu können sie von den Schülerinnen und Schülern selbst gehandhabt werden.

Cesar Tic und Victor Per erarbeiten mit Schülernnen und Schülern einer fünften und einer sechsten Klasse Tafeln mit dem Alphabet der Maya-Kaqchikel-Sprache

Jede Tafel bezieht sich auf einen Buchstaben, der mit einem damit beginnenden Wort und der entsprechenden Zeichnung illustriert ist. Diese Tafeln - es entstehen zwei Sets - werden vor allem in den unteren Klassen im Kaqchikelunterricht gebraucht.

Imelda Sinay arbeitet mit einer Gruppe der zweiten Sekundarklasse an einer Serie Holzwürfel

Diese Holzwürfel werden mit den Buchstaben des spanischen ABC's versehen. Dies erleichtert es Kindern der unteren Klassen, wie bei Scrabble Wörter und Sätze zu bilden. So wird der Sprachunterricht zum Spiel.

Susy Ramirez hat die mit einer Grupe von Viertklässlern erarbeiteten Messtafeln bereits abgegeben - und plant schon das nächste Subprojekt.

Es handelt sich dabei um zwei Messtafeln, welche es erlauben. die Grösse und das Wachstum der Schülerinnen und Schüler zu messen. Das Besondere daran ist, dass die Tafeln mit Elementen aus der Mayakultur illustriert sind und über zwei Massbänder verfügen, einerseits mit den arabischen, anderseits mit den Mayazahlen.

Jaime Chuta und seine Schülerinnen und Schüler aus der dritten Klasse fertigen Holztafeln für den Unterricht in Maya-Mathematik an

Die Mayas hatten ihre Arithmetik mit nur drei Symbolen (0; 1 und 5, bzw. Muschel, Punkt und Strich) auf der Basis des Vigesimalsystems - es fusst auf der Zahl 20 - sehr weit entwickelt. Kombiniert man diese Symbole und setzt sie in die richtige Position, kann man sehr einfach alle möglichen Zahlen darstellen und die Grundoperationen durchgehen, wobei man sich normalerweise mit Maiskörnern und Holzstäbchen behilft. Die handlichen Holztafeln erlauben nun ein spielerisches Erlernen der Maya-Mathematik

Claudia Picholá und Lucky Sian bauen mit ihren Schülerinnen und Schülern einige grössere Puzzles, deren Bilder Landkarten von Guatemala und von Zentralamerika darstellen.

Das Spielen mit den Puzzles hilft den Kindern, sich ein Bild vom eigenen Land und von ihrem Teil des amerikanischen Kontinentes zu machen, was wiederum dem abstrakten Denkvermögen zugute kommt.

Imelda Pedroza und Gamaliel Díaz haben sich die Maya-Mythologie zum Thema genommen, insbesondere die wichtigsten Figuren der antiken Götterwelt.

Erarbeitet werden grössere Holztafeln mit eben diesen Figuren, deren Attributen und Namen, die für verschiedene kulturelle Anlässe, aber auch als Anschauungsmaterial im Unterricht zur Verftigung stehen sollen. Daneben werden auch einige Puzzles in kleinerem Format mit den gleichen Figuren geschaffen.
Man darf das nicht missverstehen: Es geht nicht um eine Mission zur Anbetung alter Götter, sondern darum, das Kulturgut, das zum Teil in Guatemala heute noch lebendig ist, von verschiedenen Gesichtspunkten her kennen und schätzen zu lernen, zu verstehen, dass es sich bei diesen Figuren um einen wichtigen Aspekt einer grossen Zivilisation handelt, welche in den Mayas von heute immer noch weiter lebt. So soll das Selbstwertgefühl der Kinder und Jugendlichen gehoben werden. Dies ist in Guatemala dringend notwendig, denn der Rassismus ist immer noch stark verbreitet; das Wort indio wird meistens mit Verachtung ausgesprochen, oft sogar als klares Schimpfwort.

Maria Monroy schliessslich arbeitet mit einer Gruppe kleinerer Kinder an einer Serie von Anschaungsmaterialien

Die Gruppe zeichnet, sägt und malt Früchte und Gemüse aus Holz, die dann bei er Behandlung verschiedener Themen gebraucht werden können: im Naturkundeunterricht, in der Mengenlehre und im Kaqchikelunterricht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Ritualkalender der Mayas
der Chol q'ij

César Tic mit einer
Holztafel - Buchstabe K
Kej' - das Pferd

Imelda Sinay arbeitet
mit ihrer Klasse
an den Würfeln

die Messtafel mit
den Mayazahlen (links)
und den arabischen
Zahlen (rechts)

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