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Januar 2005
Das C.E.Y. produziert eine CD
in Kaqchikel


Die mails aus Guatemala beginnen oft mit Sätzen wie: Ich wünsche Ihnen, dass das Herz des Himmels, der Erde, des Wassers, der Luft, der Blumen und all dessen, was es um uns an Schönem gibt, Sie und Ihre Familie segnet und Ihnen so die Energie gibt, sich weiterhin für eine gerechtere und ausgeglichenere Gesellschaft einzusetzen. Genau dies wünschen wir für das Jahr 2005 all jenen, welche sich für das C.E.Y. interessieren und die Schule mit kleineren und grösseren Beiträgen unterstützen.
Dank einem interessanten Bericht von Francisco Javier Alvarado können Sie sehen, wie wichtig das C.E.Y. nicht nur für die Gemeinde San Pedro Ayampuc, sondern für die gesamte Maya-Gemeinschaft ist.
Man mag sich im Zusammenhang mit der unglaublichen Not der Tsunami-Opfer fragen, ob Spendengelder für Projekte wie das hier geschilderte ausgegeben werden sollen. Wenn man weiss, wie wichtig im Kampf gegen die allgemeine Armut und den in Guatemala nach wie vor alltäglichen Rassismus die nachhaltige, geduldige Arbeit zu Gunsten eines grösseren Selbstvertrauens und einer gestärkten Selbständigkeit der Kinder ist, hat man diese Zweifel nicht.

Eine CD für Mayaschulen der Kaqchikeles

Lehrerinnen, Lehrern, Schülerinnen und Schülern des C.E.Y. ist es gelungen, eine CD zu produzieren, welche in allen Maya-Schulen, in welchen Kaqchikel gelehrt wird, als didaktisches Material verwendet werden kann. Der Erfolg kam nicht nur dank der guten Zusammenarbeit zwischen den Lehrkräfte des Centro Educativo Yampú und den Gönnerinnen und Gönnern in der Schweiz zustande, sondern vor allem auch dank der Professionalität und der Begeisterung all jener, die am C.E.Y. die Maya-Kultur und deren Werte fördern.

Francisco Javier Alvarado schreibt...

Ich werde Schritt für Schritt erzählen, wie wir das CD-Projekt realisiert haben. Zunächst schien alles nur ein Traum der Kaqchikel-Lehrerin Miriam Pixtún zu sein, der nie Wirklichkeit würde. Dann ermöglichte es der Chor des Gymnasiums Oberwil mit den Einnahmen aus einem Konzert, dass das Projekt dennoch durchgeführt werden konnte.
Miriam suchte die Liedertexte in Kaqchikel, für die ich danach die Melodien schrieb. Wir wählten die Kinder aus, welche die Lieder singen sollten und übten mit ihnen etwa drei Monate lang. In all dieser Zeit wurden wir unterstützt von der Comunidad Lingüística Kaqchikel, die auch für den Vertrieb der CD verantwortlich sein wird. Miriam liess sich von verschiedenen Studios einen Voranschlag für die Produktion ausarbeiten, damit die Kosten nieder gehalten werden konnten.
Am Tag vor der Aufnahme feierten wir eine Maya-Zeremonie mit den Lehrkräften, den Kindern, welche am Projekt teilnahmen, und deren Eltern.
Da sich das Studio in San Juan Sacatepequez befindet, verursachte auch der Transport dorthin einige Ausgaben. Die Kinder machten ihre Arbeit ausgezeichnet. Zu Beginn waren sie etwas nervös, aber bald fühlten sie sich wohl in der ungewohnten Umgebung. Eine CD zu produzieren war für sie eine sehr spannende Erfahrung.
Miriam organisierte dann eine Veranstaltung in einem Raum des Historischen Museums , welcher von den Lehrkräften mit Maya-Zeichnungen geschmückt wurde. Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Behörden und der Maya-Institutionen waren eingeladen. Daniel Barczay erläuterte in einem kurzen Vortrag die literarische und musikalische Bedeutung der Lieder, und am
Ende wurde allen Anwesenden eine CD überreicht.

Kulturnacht

Nebst der CD realisierte ich mit der Marimbagruppe auch eine Kulturnacht. In deren Verlauf trugen die Kinder die Lieder vor, welche sie für die CD eingeübt hatten, es wurde Marimba gespielt und eine andere Gruppe zeigte Maya-Tänze. Für alle Beteiligten war es ein wichtiges Ereignis, denn sie konnten die verschiedensten Begabungen, nicht zuletzt auch Organisationstalent unter Beweis stellen.
Die eingeladenen Lehrkräfte und Eltern waren umso mehr erfreut, als sie nicht gewusst hatten, wie reichhaltig das Programm des Abends würde.

Oktober 2004 Tanz und Deklamation am C.E.Y.
November 2004 Allerheiligen

Dezember 2004: Am Ende des Jahres / Besuch am Gym Unterstrass